Brauchtumsküche in tollen Zeiten

Am Ende des  Winters gibt es in der Speisekammer nur noch wenig Auswahl: Kartoffeln und andere Knollen, Hülsenfrüchte sowie Geräuchertes und Geselchtes. Also bereitet die Hausfrau Eintöpfe aus Linsen und Erbsen zu. Immerhin: Hülsenfrüchte verheißen Abergläubigen viel Kleingeld. Dazu gibt es vielleicht Würstchen, Kassler, Blut- und Leberwürstel sowie Sauerkraut. Saure Klebchen sind ein deftiges Eisbeingericht im Eichsfeld oder eine Art Sülze im Göttinger Raum. Ortsüblich nennen sie sich dann aber Sure Kleweken. Von Vorteil für die Narren ist, dass all diese Mahlzeiten gut vorzubereiten sind.

Außerdem müssen nun, da die Fastenzeit beginnt, die leicht verderblichen Eier und das Fett, welches ranzig würde, „vernichtet“ werden. Bestens aufgehoben sind sie in Gebackenem. Anlässlich der Fünften Jahreszeit denken wir sofort an Krapfen, Berliner und Fastnachtsküchlein. Weil jetzt überhaupt allerlei Schmalzgebackenes auf den Tisch kommt. Wie auch Spritzkuchen und die Straube. Der Bonner ebenso. Dieser ist ein mit Eierlikör gefülltes Hefegebäck, dessen Namen die Firma Ei-Ei-Ei-Verpoorten spendiert. Mutzen sind ausgebackene Mürbeteigstücke in Viereck- oder Klößchenform, die mit Quark- oder Apfelmasse gemischt oder gefüllt werden.

Schwaben lieben heiß und unverblümt ihre Nonnefürzchen, ein ungefülltes Hefe-Schmalzgebäck:

Nonnefürzle


  1. zähflüssigen Hefeteig zubereiten
  2. Teigballen abstechen und in Schmalz backen
  3. auskühlen lassen
  4. zuckern
  5. Form deuten und Fürzle vernaschen


Quarkbällchen

150 g trockenen Quark mit 150 g Mehl, 50 g Zucker, 1 Ei , 1 Päckchen Vanillinzucker und 1 TL Backpulver glattrühren. Falls gewünscht, mit 1 EL Rum aromatisieren oder Rosinen dazu geben. 10 Minuten ruhen lassen. Mit zwei Teelöffeln Ballen abstechen, die in heißem Schmalz ausgebacken werden. Fertige Quarkbällchen mit Küchenpapier abtupfen, noch warm in Zimtzucker (½ TL Zimt auf 2 EL Zucker) wälzen.

Süße Fastnachtsküchel aus dem Backofen

Für alle, die Frittiertes nicht so sehr mögen: Hefeknetteig aus 3 Eigelb, Zucker, Rahm, Hefe und Mehl bereiten, dann ausrollen. Teigplatten teilen, aufeinander legen, dann wieder ausrollen. Rhomben (schiefe Vierecke) in verschiedenen Größen ausrädeln, mit verquirltem Eigelb bestreichen und bei 200 °C backen. Warm mit (Vanille-)Puderzucker bestäuben oder zu Vanillesoße reichen.

Karamell-Bonbons

In einem Topf mit großem Durchmesser 80 g Butter schmelzen, 1 Prise Salz und 240 g Zucker dazu geben. Langsam rühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. 300 ml warme Sahne mit einem Schneebesen unterschlagen. Aufkochen lassen, dann die Wärme reduzieren. Das Karamell soll leise weiter köcheln. Immer wieder umrühren. Nach etwa 30 Minuten Kochzeit wird die Masse dicker. Jetzt muss öfter gerührt werden. Ein Päckchen Vanillinzucker dazu geben. Nach weiteren 10 bis 20 Minuten dürfte die Konsistenz zäh genug sein. Nun die Masse einen Zentimeter dick auf einem flachen Teller verstreichen, auskühlen lassen. Karamell in Würfel schneiden.

Tipp:

  • Nicht zu stark eingedicktes Karamell heiß in Gläser füllen und als Brotaufstrich genießen.