w w w . s y l v i a k o c h . d e
 

Vielliebchen und der Valentinstag

Den 14. Februar begehen wir als Tag der Verliebten unter der Obhut St. Valentins. Und zwar allen ernsthaften wie nachdrücklichen Aufklärungsversuchen zum Trotz, die beschwören, den heiligen Valentin von Terni gefälligst aus diesem Trubel herauszuhalten. 

Vor der Festlegung des Tages der Geburt Jesu auf die Nacht vom 24. zum 25. Dezember fiel Lichtmess in Folge der Reinigung Mariens auf Mitte Februar. Nach vielfachen innerkirchlichen Überlegungen sowie Kalenderreformen trennten sich die Bedeutungsinhalte. Lichtmess – nun am 2. Februar – wurde zum Kerzenfest, und die Bräuche um Frühlingsliebeleien belegten fortan den 14. Februar.

Haus zum Goldenen Schwert Konstanz; c/o Sylvia KochNomen est omen? Hochzeitsausstatter im "Haus zum Goldenen Schwert" in Konstanz

Interessant ist am Valentin, dass er noch im Mittelalter als Vielliebchentag begangen wurde. Brauch war es, per Losentscheid ein Mädchen als Valentine mit einem Burschen, den Valentin, für einen Tag zu verkuppeln. Die Vornamen dürften ihren Ursprung in Frankreich, Belgien und rechtsrheinischen Gebieten haben. Im 14. Jahrhundert noch hießen sie Philine und Philipp (griechisch phil/philo = liebend, -freund). Obendrein erinnert uns Philipp phonetisch an viel-lieb.

Nach altem Volksglauben wird ein Mädchen den Mann heiraten, den es am Vielliebchentag als ersten sieht. Da bekanntlich die Zuspätkommenden vom (Liebes-)Leben bestraft werden, sollte es sich für den einen oder anderen Herren lohnen, am 14. Februar recht früh aufzustehen und schnurstracks die Begehrte aufzusuchen. Wobei er keinesfalls Blumen und Nascherei mitzubringen vergessen sollte!

Vielliebchen-Konfekt

Vielliebchen steht für den Genuss, eine Mandel, die Zwillingsfrucht, auseinander zu brechen und gemeinsam zu verspeisen. Wer von den beiden sich am nächsten Tag zuerst daran erinnert und den anderen sein Vielliebchen nennt, bekommt ein Geschenk, das Vielliebchen höchstselbst.

Schnell und doch mit viel Liebe hergestellt ist das Konfekt: Süße Mandeln brühen und die braune Haut abziehen. Mandeln trocknen, kurz rösten. Zwei Mandeln an ihren spitzen Enden überlappend zur Herzform zusammenlegen und mit geschmolzener Schokolade verkleben und überziehen. Vielliebchenherzen in trauter zweisamer Heimlichkeit vernaschen.

Was kennen wir noch als Vielliebchen?

Eine Fuchsien-Sorte sowie Musikalisches: eine Polka von Josef Strauß und den „Zürcher Vielliebchen-Walzer“, der ein Klavierstück von Richard Wagner ist.

Vielliebchen heißen fernerhin die Glanzbilder, die wir als Stammbuchbildchen und -blüten, sächsisch: Stamborbliemel, kennen. Diese werden in Poesiealben geklebt oder lieben Besuchern zum Abschied mitgegeben.

zurück