Wir feiern das Hochfest der christlichen Kirche, ihr Fest aller Feste.
Es ist weniger gefühlsbetont und idyllisch als die Weihnacht. Denn das Osterthema handelt von Tod und Auferstehung. Es ist tragisch in sich und deshalb nicht so leicht zu vermitteln wie das familiäre Christfest.
Jedoch:
Die etymologische Herkunft des Wortes Ostern ist umstritten. Die vielzitierte Frühlingsgöttin Ostera lässt sich nicht nachweisen. Sie wurde möglicherweise erst im Nachhinein herangezogen, um einen Ursprung zu (er)finden. Was hingegen anzunehmen ist: Sprachgeschichtlich stammt Ostern von Eos ab, der griechischen Göttin der Morgenröte, welche altgermanisch austrô erscheint. Das klingt durchaus plausibel, wird doch in der Osternacht gebetet bis zum Morgenrot. Auch die Nähe zum slawischen utro, dem Morgen, sowie zur Himmelsrichtung Osten, wo bekanntlich die Sonne aufgeht, unterstützt diese These. Hierin ist sich die indoeuropäische Sprachenfamilie erfreulich einig.
Die Osterfastenzeit dauert sechs Wochen, wobei jeder Woche eine besondere Bedeutung zukommt. Die ersten fünf Sonntage sind benannt nach den Anfangsworten des Stufengebets, des Eröffnungsverses der Messe.
Im Mittelalter führte eine Eselin die Palmsonntags-Prozession an. Auf ihr ritt ein als Christus gekleideter Geistlicher. Da Eseltieren jedoch jegliches Verständnis für religiöse Rituale abgeht, sie hingegen eine obligate, wenngleich kluge Sturheit besitzen, wurden sie alsbald durch ein fahrbares, hölzernes Gestell esels-ähnlicher Gestalt ersetzt. Warum dabei auch der Christusreiter einem unbelebten Gebilde weichen musste, ist nicht belegt. Ob nun aus Allotria oder eigenwilliger Frömmigkeit heraus: Die nunmehr starre statt sture Eselin wurde in der Folgezeit mit mehr oder minder üppigem Blumenschmuck und Eierdekoration, auch mit Würsten und Backwerk geschmückt. Teils kam bedauerlicherweise auch die Christusfigur mit unbotmäßigem Beiwerk daher. Da das Ergebnis dieser Mühen zu häufig nicht mehr mit "künstlerischer Freiheit" entschuldigt werden konnte, sondern das kuriose Ganze zu Unfug und Schelmenstreich ausartete, wurde die Lastenträgerin nun völlig von der Prozession ausgeschlossen. In nur wenigen Pfarreien blieb ein hölzernes Grautier erhalten, das sein Dasein im Verborgenen fristet.
Doch auch familiär ist uns ein Palmesel vertraut: Denn so wird gerne das Familienmitglied benamst, das am Ostersonntag morgens als letztes aus dem Bett findet.
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Der Palmsonntag vor Ostern eröffnet die Kar-, die stille Trauerwoche. Die Wortsilbe kar basiert sprachlich auf dem althochdeutschen chara = Sorge, Trauer, Leid, Klage. Von daher ist uns Karges als Kümmerliches bekannt.
Am Ostermontag beginnt die freudige Osterzeit, die sich fünfzig Tage lang bis Pfingsten erstrecken wird.