Urlaubsliebe Spreewald, ein sagenumwobenes Naturschauspiel

Spreewald-Momente; Fotos: ©Sylvia Koch; www.sylviakoch.de

 

Der Spreewald, seit 1991 Unesco-Biosphärenreservat, ist eine faszinierende, ja, eine magische Auen- und Moorlandschaft auf dem Gebiet der brandenburgischen Niederlausitz (grob umrissen: zwischen Berlin und Cottbus gelegen). Sie ist geprägt von der Spree, die sie in unzähligen Flussarmen, -verzweigungen und Kanälen durchzieht. Bemerkenswert ist, dass nicht der Fluss die Umgebung schuf, sondern sein Lauf sich den von den Eiszeiten geformten Gegebenheiten anpasste.
Das wasserreiche Gelände bietet Störchen hervorragende Lebensbedingungen, weshalb sie hier vielerorts in relativ hoher Populationsdichte anzutreffen sind.


Als ob die Zeit stehengeblieben sei; Fotos: ©Sylvia Koch; www.sylviakoch.de


Wer in den Spreeewald-Zauber einzutauchen vermag, bemerkt Orte, in denen scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Sie geben Anlass, sich zu besinnen, sich zu entspannen.

Spreewald-Fließe; Fotos: ©Sylvia Koch; www.sylviakoch.de


Der Lauf der Spree erstreckt sich in Summe auf fast 1000 Kilometer Länge. Hier kommen selbst holländische Grachtenkenner ins Schwärmen. Mehr noch: Sie lieben es, sich mit Paddel und Boot durch das Labyrinth zu bewegen.
Vom Wasser aus gesehen wird überdies klar, weshalb das Areal die Bezeichnung -wald in sich trägt.

Sagenhaft; Fotos: ©Sylvia Koch; www.sylviakoch.de


Wenn das Attribut sagenhaft auf einen Landstrich zutrifft, dann auf den Spreewald. Seine Entstehung bereits soll dem Teufel zu verdanken sein, genauer gesagt seinem Unvermögen, mit einem Ochsenpflug eine ordentliche Furche hinzubekommen.
Um die Giebelspitzen von Spreewaldhäusern, welche zwei sich kreuzende Schlangenkönige darstellen, rankt sich unzähliges Hören-Sagen. Eine Geschichte handelt davon, dass die Kriechtiere sich bei drohendem Hochwasser auf höher gelegene Orte in Sicherheit bringen. Zahlreiche Bewohner, die dies beobachtet und nachgeahmt haben, wurden so vor dem Ertrinken gerettet.
Glücklich ist, wer den Drachen Plon unter seinem Dach beherbergt. Er leistet beste Dienste als Hausgeist, wofür er lediglich beköstigt werden will.
Lutki, die Kleinen, bewohnen Höhlen, seit es ihnen auf der Erde zu laut ist. Vor allem, wenn die Kirchenglocken läuten. Sie zeigen sich den Menschen höchst selten. Wenn doch, dann wollen sie sich zumeist etwas von ihnen ausborgen. Das Gewünschte erfragen sie in Verneinung. Beispielsweise benötigen sie dann kein Mehl, derweil sie nicht backen wollen. Aber sie gehen frohgemut nach Hause, wenn sie doch etwas Getreidestaub bekommen. Vielleicht ist die Sache ihnen ja nur peinlich. Sie sollen zaubern können und tragen gerne eine Nebelkappe, um sich unsichtbar zu machen. So ausgerüstet beschenken sie Menschen mit Gebackenem oder putzen auch mal das ganze Haus.
Nykus, der Wassermann, wohnt am Grunde des Flussbetts. Indem er mit einer Gerte auf den Fluss schlägt, weicht das Wasser zurück, und er spaziert im Trockenen in sein Heim.


Das sind freilich nur wenige Anekdoten. Üblicherweise sagt man legendären Helden eine Reihe von Kalamitäten samt Hokuspokus nach, was im Spreewald selbstverständlich nicht anders gehandhabt wird

Besonderheiten & Spezialitäten; Fotos: ©Sylvia Koch; www.sylviakoch.de


Bewohnt wird der Spreewald unter anderem von Menschen, die sich zur Ethnie der Sorben und Wenden zählen. Vorfahren dieser slawischen Volksstämme ließen sich ab dem 6. Jahrhundert in germanischen Siedlungsgebieten, darunter im Spreewald, nieder. Sich selbst als Sorben, von Fremden als Wenden bezeichnet, blieben beide Bennennungen über die Jahrhunderte hinweg erhalten und werden nunmehr synonym verwendet.
Insbesondere sorbisch-wendische Frauen tragen im Alltag die herkömmliche, dann zumeist die (Arbeits-)Tracht, und zu besonderen Anlässen ein reichverzierte Festtagsgewand.
Was dem Sizilianer Zitronen, sind dem Spreewälder Gurken. Regionalität ist Ehrensache, weshalb sie markenrechtlich geschützt sind: Wo Spreewälder drauf steht, müssen Spreewälder drin sein.
Wo Wasser ist, sind – leider – die Mücken nicht fern. Je wärmer die Außentemperaturen, desto aktiver umschwirren und traktieren sie uns. Libellen indessen sind uns willkommen. Sie stechen oder beißen nicht, dafür lassen sie uns ihre rasanten Flugkünste bestaunen. Wie schön obendrein, dass sie Mücken vertilgen.
Unverzichtbarer Frühlingsbrauch der Sorben und Wenden ist das kunstvolle Verzieren von Ostereiern, was oft mithilfe der Ätz- und der Wachstechnik geschieht.
Arme Lausitzer wussten Leinöl bereits althergebracht zu schätzen. Traditionell wird es zu Pellkartoffeln und Quark gereicht. Das einstige Arme-Leute-Essen gilt inzwischen als regionale Delikatesse, derweil das Leinöl zum Lausitzer Gold geadelt wurde.

nach oben

Übersicht UrlaubsLieben 

 
E-Mail
Infos