Rund um Dortmund

Rund um Dortmund; Fotos: © Sylvia Koch


Im Ruhrgebiet oder rund um Dortmund Urlaub machen? Der Gedanke befremdet ( – noch immer!), er ist mit Vorurteilen behaftet. Die Klischees resultieren aus der Erinnerung an rauchende Schlote und von daher mindere Luftqualität und sowieso: Der Pott, das ist Maloche pur.

Die Rußwolken sind lange schon abgezogen, die Kohlegruben und Hochöfen stillgelegt. Die Anlagen wurden zurückgebaut. Davon geblieben sind Seen und Parks und eine Reihe erstaunlicher Denkmale der Industriekultur und -architektur. Sie veranschaulichen diesen speziellen Aspekt der deutschen Geschichte, machen sie authentisch erlebbar.
Dortmund liegt am nordwestlichen Rand des Sauerlands, somit im östlichen Ruhrgebiet. In Reichweite finden sich sehenswerte Metropolen und Städtchen, die zum Besuch einladen. Sie bieten abwechslungsreiche Kultur- und Sportangebote, Ausstellungen und Museen, schmucke Grünanlagen und Kirchen.

Ein paar Notizen zu Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten:

Dortmund
… gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr und punktet mit Parks und Bier.
Erholungssuchende pilgern zum Rombergpark oder erkunden das Areal rund um das Westfalenstadion.
Im Dortmunder U, vormals Produktionsstätte der Union-Brauerei, finden wechselnde Ausstellungen, großteils bei freiem Eintritt, statt.
Das Museum Zeche Zollern ist stellvertretend zu nennen für ein Industriedenkmal von überregionaler Bedeutung. 

Aachen
… lockt mit dem über tausendjährigen Dom St. Marien, der bereits 1978 zum Unesco-Welterbe erkoren wurde, außerdem mit Printen, die ganzjährig munden. Wer sogleich verkosten will, nimmt die weichen Sorten.

Bochum
… ist die Bodenständige mit einer interessanten Kneipenszene.
Überregional bekannter Clou der Stadt ist das Starlight-Express-Theater. Das Musical von Andrew Lloyd Webber läuft hier seit 1988.

Düsseldorf
… ist seit den 1950er Jahren Wirtschaftsstandort mehrerer japanischer Firmen. Kein Wunder, dass sich rund um die zentral gelegene Immermannstraße japanisch inspirierte Ladengeschäfte und Lokale angesiedelt haben. Dadurch mauserte die Gegend sich zum Little Tokyo. Ferner gibt es im Nordpark einen anmutigen japanischen Garten.


Hagen
… begeistert mit einem Freilichtmuseum. Es bewahrt längst vergangene Zeiten mit landwirtschaftlichen, technischen und handwerklichen Zeugnissen.

Hamm
… beherbergt einen zauberhaft schönen hinduistischen Tempel. Bezeichnend ist leider, dass das Gemeindezentrum der deutschen Hinduistischen Gemeinde am Stadtrand in einem Gewerbequartier Quartier nehmen musste.

Köln
… kreist um den Dom. Er beherbergt Reliquien der Heiligen Drei Könige, wodurch er zu einem weltbekannten Pilgerziel avancierte.
Kölsch ist nicht nur die städtische Mundart, sondern auch ein obergäriges Bier. Derweil es in 200-ml-Schlückchen serviert wird, kommt es stets erfrischend zu Genuss.

Münster
… basiert namentlich wie stadtgeschichtlich auf einem Kloster (lateinisch: monasterium). Daher wundert nicht, dass Sakralbauten das Stadtbild prägen. Allein in der Altstadt finden sich zehn bedeutende Gotteshäuser, darunter der St.-Pauls-Dom und Lambertikirche. Einheimische beschwören, meist mit einem Augenzwinkern, zwei Dauerzustände: Es regnet oder die Glocken läuten. Tritt beides zugleich auf, dann ist Sonntag.
Allweil gebärdet sich die Mentalität der Münsteraner bei weitem nicht so behäbig, wie Wilsberg- und Thiel-Börne-Krimis es vorgaukeln.

Wuppertal
… ist bekannt für ihre Schwebebahn. Doch schwebt sie wirklich? Gelegentlich ruckelt sie, als ob sie auf einem Gleisbett führe. Genau genommen hängt sie, wobei sie manchmal ein wenig schaukelt.
Links und rechts der Trasse ist kreative Streetart zu entdecken.

Das Laufen, Sehen und Staunen macht Appetit. Wie gut, dass vor Ort kulinarische Sonderheiten zu schmecken sind. Denn der Landstrich bietet mehr als Pommes Schranke alias Rot-Weiß.

Belgische Fritten sind – nicht nur in geografischem Bezug – zum Greifen und Schmausen nah. Oh nein, diese Kartoffelstäbchen sind keine Pommes. Denn sie werden frittiert in der Fritteuse und nicht pommeseriert in einer Pommeuse.
Neben dem Pfefferpottharst ist die Sauerländer Potthucke, ein Kartoffelgericht, erwähnenswert.
Hinter Kniffte und Revier-Dubbel verstecken sich Butter- oder belegte Brote, Bömmsken sind Bonbons.

Übrigens: Mehr zu regionaler Kulinarik findet sich hier.

Rund um Dortmund: Kulinarisches; Fotos: © Sylvia Koch


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